La France je t’aime

Ein Schmetterling tanzt an mir vorbei, flattert noch ein bisschen in der Luft herum und setzt sich dann auf mein Golfbag. So als wollte er mir zeigen, wie schön er ist. Er ist sogar sehr schön mit seinen gelben und schwarzen Streifen. Als ich ihn mir näher ansehen will, fliegt er aber einfach wieder weg. So nahe darf man ihm dann doch nicht kommen.

Das Wetter hier unten im Süden ist herrlich. 20 bis 25 Grad, einfach perfekte Temperaturen. Es weht ein laues Lüftchen, und der Himmel ist strahlend (Azur-) blau. Das Licht ist weich und angenehm. 

Die Coté d’Azur, die blaue und grüne und rote Küste. Das Meer, die Vegetation und das rote Esterel-Gebirge. Und dazu kommt noch ein Beige-Braun der meisten Häuser.

Meine Kamera ist mein bester Freund an Tagen wie diesen. Ich schaue mir die Welt in rechteckigen Mustern an und überlege, wie ich Dinge am besten im Bild festhalten kann. Mit der Kamera in der Hand achte ich auf Details, nehme Blickwinkel auf und verändere sie, freue mich über Bilder, über Szenen, über meine Motive. Alles wird zu einem Film in meinem Kopf. Und ich sauge auf, was mir vor die Augen oder die Kamera kommt. Jeder Maler, der hier seine Bilder auf die Leinwand gebracht hat, war schon begeistert von dem wunderbaren Licht. Wenn ich abends die Fotos von meiner Kamera auf das Pad ziehe, freue ich mich noch einmal. Und die Farben erlebe ich ein zweites Mal.

Die Welt ist schön, und hier am Mittelmeer noch ein bisschen schöner. 

„Unser“ kleines, ehemaliges Fischerdorf liegt in einer Bucht. Die Straße, die durch den Ort führt, wird Corniche d’Or genannt – der goldene „Sims“. Das passt. Die Corniche läuft zwischen Saint-Raphaël und Mandelieu-la-Napoule auf einer Länge von ca. 30 Kilometern am Mittelmeer entlang. Das ist wirklich eine der „Traumstraßen“ der Welt. Das rote Esterel Gebirge auf der einen Seite und auf der anderen das blaue Meer. Und wirklich wie ein „Sims“ zieht sich die Straße durch die Landschaft. Von den Häusern, die an dieser Straße liegen, sind viele sicherlich unbezahlbar – und der Ausblick ist sowieso nicht mit Geld zu bezahlen. 

Die Fahrt hier herunter war schon wunderschön. Wir sind dieses Mal über Aix en Provence hierhergekommen. Die Route du Soleil, wie der Name sagt, die Straße zur Sonne. Da ist der Name schon bei der Fahrt Vorfreude pur.

Ein Nachmittag und eine Nacht in Aix sind viel zu wenig, und leider sehen wir von der Stadt nicht allzu viel. Was wir sehen, sind viele junge Menschen – schöne Menschen. Die meisten sind Studenten, die ganz sicher ihr Studium auch wegen der wundervollen Lage in der Provence hierher verlegt haben.

Und dann fahren wir von Aix en Provence bis Frejus die DN7 und nicht die Autobahn. Eine angenehme Fahrt durch hügelige Landschaften mit Weinbergen links und rechts, kleinen Ortschaften und wenig Verkehr. Wir möchten eigentlich überall anhalten, weil die kleinen Orte oder die Weingüter einfach dazu einladen. Das Bedürfnis, mal anzuhalten und zu schauen hat man in Frankreich eigentlich überall. Es wird nie langweilig. Und wenn man anhält, interessiert ein wenig herumgeht, bleibt es ja nicht aus, auch mal einzukehren in ein Bistro, ein Café, ein Restaurant, oder eine Bar. Und der Gaumen wird verwöhnt. Gute Weine, exzellente Speisen und eventuell eine feine Nachspeise machen jedes Einkehren zu einem Erlebnis. Französische Küche, keine „haute cuisine“, sondern gute Portionen und manch deftige Speisen oder auch mediterrane Kost, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Alles, was den Freund guter Speisen erfreut. 

3 Wochen sind wir hier, machen Ausflüge in Orte mit so schönen Namen wie Le Plan de la Tour, Saint Paul de Vence, Valescure und was weiß ich noch alles.

Wir spielen Golf oder Faulenzen. Wir haben Zeit, genießen jeden Tag und – wie schon erwähnt – die Restaurationen der Umgebung.

Abends gehen wir häufig ins Dorf in eins der Restaurants am Strand, um dem Sonnenuntergang mit einem Gläschen Wein zuzuprosten. 

 Selbstverständlich darf das Golfen nicht zu kurz kommen, und wir spielen einige Male auf einem der beiden Golfplätze: 

„Golf Bluegreen l’Estérel“, oder dem Golfclub Valescure im Esterel-Massiv. Die Plätze liegen gleich nebeneinander und sind beide ziemlich schwierig zu spielen, da sie in den Hügeln des Gebirges liegen. Bergauf, bergab sind wir nicht mehr gewohnt, da wir ja meist im Flachland spielen. Da muss man sich erst einmal die Kondition antrainieren. Nach mehreren 18-Loch geht’s dann schon.

Ich höre immer wieder, dass man doch nicht nach Frankreich fahren kann, weil die Franzosen so unfreundlich sind und uns Deutsche nicht mögen. Nun ja, nach dem 2.  Weltkrieg und noch lange bis hin in die 80er Jahre war es wohl auch so. Und die alte Generation hat die Deutschen aus guten Gründen und mit Recht verachtet.

Bei meinem ersten Besuch in Frankreich 1975 habe ich auch sehr große Ablehnung erfahren und mich dort nicht wohl gefühlt.

Das ist lange vorbei. Die Menschen sind freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. 

Mittlerweile spricht man in vielen Ecken Frankreichs Englisch, sogar in einigen  Supermärkten.

Als ich 2007 nach langer Zeit wieder in Frankreich war, hatten wir zugegebenermaßen mit der Sprache ein bisschen Hilfe von unserem Hotelier (ein Deutscher aus Stuttgart). Aber ich hatte ein paar wichtige Worte gelernt. Und diese wenigen Worte genügen, um das Eis zu brechen. Man probiert’s halt, und das wird anerkannt. Danach funktioniert alles mit einem Lächeln. 

Land und Leute, Landschaft und Meer, Wein und Speisen, Architektur und schöne Städte, blumige Dörfer und fröhliche Feste. Belle France, je t’aime.

 

 

 

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