Freitag der 13.

5:03 Uhr, 13.Februar 2026 sagt die Uhr neben mir.

Ich habe Halsschmerzen, Kopfschmerzen, die Nebenhöhlen sind dicht. Ich glaube ich bekomme eine Erkältung.
Ich denke: naja, Freitag der 13.
Und heute muss ich noch zum Augenarzt und bekomme meine (mittlerweile 52ste) Spritze ins Auge. Ich hatte eine Thrombose.
Ich denke: und das am Freitag den 13. naja…
Ich komme in die Praxis und wundere mich, der Raum ist leer, keiner da zur Spritze??
Ich werde direkt in den Vorbereitungsraum gebracht und das Auge wird betäubt.
Alles gut denke ich und komme in den OP Raum. Aber meine Ärztin ist nicht da. Wo ist sie, was ist hier los?
Heute gebe ich die Spritze sagt Frau Dr. Paul. Ich kenne sie nicht und denke:
Ohje, Freitag der 13.
Soll ich jetzt gehen, ist darum kaum jemand hier? – oha, was ist hier los?
Frau Dr. Paul fängt an mit der Klammer und ich denke:
Freitag der 13; aber da ist die Klammer schon drin und ich hab das gar nicht gespürt. Das war ja schon mal super.
Die letzten Tropfen, noch ein bissel smalltalk für die Wartezeit.
Sie zeigt mir einen Stift, dem ich folgen soll und dann stillhalten.
Dann winkt sie mir mit der Hand und fragt mich, ob ich die Hand sehe. Natürlich sage ich.
Ok, sie können gehen.
Häää??? Da war nichts, gar nichts. Ich habe von der Spritze absolut nichts gespürt. Nicht mal einen kleinen Druck, sondern rein gar nichts. Unglaublich. Sauber, Klasse.
Ich fahre im Bus nach hause und denke:
Freitag der 13. ist auch nicht mehr das was er mal war und mir fällt diese wunderbare Lied von
Reinhard Mey ein: „Ankomme Freitag den 13. um 14 Uhr Christine…“
In diesem Fall allerdings Frau Dr. Paul, bei der (und natürlich auch beim ganzen Team) ich mich hiermit herzlich bedanke.
Ich frage mich wirklich wie man anderen Menschen eine Spritze ins Auge setzen kann, wenn man selbst gar nicht weiß wie man sich als Patient fühlt.
Aber noch mehr frage ich mich, wie man das tun kann mit so einem unglaublichen Gespür für die Patienten, so viel Empathie, so viel Vorsicht und so, dass man sich als Patient wirklich großartig aufgehoben fühlt.

Eine Klasse für sich…

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