Moin

„Moin“ sage ich.!

Fröhlich am frühen Vormittag komme ich in die Bäckerei und will mir `n paar Schrippen kaufen. „Guten Morgen“ entgegnet mir die sehr nette Dame hinterm Tresen. Ich denke so still in mich hinein, dass die gute Frau bestimmt nicht aus Hamburg kommt. Jeder Hamburger weiß doch wohl, was Moin heißt, oder etwa nicht??

Tja, da streiten sich die Gelehrten, der Duden und Wikipedia. Niemand weiß so genau, wo dieser Gruß herkommt und was er denn genau bedeutet. Nur die echten Hamburger, die wissen ganz genau, dass man morgens, mittags und abends „Moin“ sagt, wenn man ankommt und „Tschüss“ wenn man geht. Aber auch Tschüss ist mittlerweile mehr in Mitteldeutschland verbreitet als in Hamburg. Der Neuhamburger sagt lieber Ciao.

Wobei ich nun endlich zum Kern der Geschichte komme.

Der Hamburger…

das ist doch dieses aufgeschnittene Brötchen mit `ner Frikadelle drin…

Und der Hanseat ist dieses supersüße rot/weisse Gebäck…

Naja, nicht so ganz. Hamburger sind diese besonderen Leute, die in Hamburg wohnen. Und dann können diese auch gleichzeitig noch Hanseaten sein.

Wohlgemerkt „Können“!

Es gehört aber `n büschen mehr dazu, ein Hamburger und erst recht noch viel mehr, ein echter Hanseat zu sein.

Derjenige, der am wenigsten Hamburger ist, ist der Quiddsche, `n Zugezogener, der niemals richtiger Hamburger wird. Tssst, geht gar nicht…

Dann kommt der geborene Hamburger, der in erster Generation in Hamburg geboren ist (die Eltern kommen aber nicht aus Hamburg). Naja, da drücken die „Echten“ schon mal `n Auge zu.

Und dann gibt’s natürlich die Krönung, den „echten“, richtigen und einzigen, nämlich den gebürtigen Hamburger. Da waren schon mal zwei oder drei Generationen hier in der schönsten Stadt der Welt ansässig.

Und dann, sozusagen das i-Tüpfelchen des Hamburgers, sind die echten Hanseaten, obwohl es diese eigentlich ja gar nicht mehr gibt. Die Hanse bestand in der Zeit von 1250 bis 1700. Aber die Nachfahren der edlen Leute aus Hamburg, Bremen, Lübeck und Rostock  u.a., die können sich noch Hanseaten nennen.

Die Farben der Hanse waren übrigens rot und weiß, um noch einmal zum süßen Gebäck zurückzukommen.

Früher hebt de Hamburger jo ook noch platt schnackt. Dat is ober mit de Tied nu leider verlorn gegangn und jümmers ward nu hochdütsch – oder noch beter  – denglisch schnackt.

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